05.03.2022
Tilmann Rohlf

StartUp Kommunikation: Mit Plan und Ausdauer zum nachhaltigen PR-Erfolg über klassische Medien

Spätestens mit dem Beginn der Launch-Phase stellt sich für jeden Gründer die Frage, wie er Kunden, Investoren und Fachkräfte für die Weiterentwicklung seines StartUps erreichen kann. Für die PR-Strategie auf dem Weg dorthin gilt: bedacht, diversifiziert und zielgerichtet handeln.  Gerade bei den reichweitenstarken klassischen Medien mit Stammpublikum lohnt es sich ein gezieltes Vorgehen strategisch und langfristig zu planen. 3 Tipps aus der PR-Praxis.

1. Planung ist die halbe Miete: Eine reflektierte Kommunikationsstrategie entwerfen

Natürlich will man möglichst schnell Resonanz für das eigene Unternehmen erzeugen. Doch Awareness ist nicht immer gleichzusetzen mit PR-Erfolg. Mit groß angelegten und teuren Werbe- und Social Media-Kampagnen kann man zwar viele Menschen erreichen, doch was bringt es, wenn die Mehrheit der Empfänger die Botschaft des Unternehmens eben als Werbung wahrnimmt? Klar, das kann funktionieren. Aber ist eben nicht vergleichbar mit einem PR-Erfolg. Deshalb sollte man sich zuerst überlegen, wen man genau adressieren will. Geht es um Kundenakquise? Sollen Investoren angesprochen werden? Will man unter Fachkräften als potenzieller Arbeitgeber auf sich aufmerksam machen? Der Trustfaktor einer redaktionellen, also unabhängigen Veröffentlichung wiegt in diesen Fällen wohl ungleich schwerer. Daraus ergibt sich ein weites Spektrum von Medien und Kommunikationswegen. Dabei kommt es auf die richtige Kommunikationsstrategie an. Je genauer diese ist, desto effizienter wird auch die spätere Kampagnenausführung. Finanzielle und personelle Ressourcen werden durch eine durchdachte Vorplanung auf längere Sicht merklich reduziert, da späterer Anpassungsbedarf seltener wird. Außerdem stellt man so sicher, dass die unternehmenseigene Botschaft von Beginn an die relevanten Personen erreicht, die zuweilen wertvolles Feedback liefern.

2. Print, Radio, TV: Klassische Medien in den Blick nehmen

Ebenso wichtig für den Erfolg der PR-Strategie ist es als Gründer, das gesamte Instrumentarium der Öffentlichkeitsarbeit mit in den Fokus zu nehmen. Denn mit der Philosophie vieler StartUps – gerade aus dem Tech-Bereich – zu 100% auf Social Media um Instagram und Co. zu setzen, bleibt viel Potential für mehr mediale Resonanz ungenutzt. Die Anbahnung einer Publikation mag zwar durch den notwendigen Kontaktaufbau mit Journalisten der etablierten Medien aufwendiger sein als die Vorbereitung eines Posts, doch verspricht der dann publizierte Content dank eines interessierten Stammpublikums und regelmäßig hohen Traffics eine starke Reichweite und nachhaltige Sichtbarkeit. Durch den journalistischen Blick von außen vermitteln derartige Publikationen – weitaus mehr als selbst erstellter Content über Social Media – Vertrauen und ein gewisses Standing auf dem relevanten Markt. Gerade in Sachen Business-Relations wie zum Beispiel für den Aufbau einer guten Investorenbeziehung für kommende Fundings sind Veröffentlichungen in den klassischen Medien ein wichtiger Baustein beim Aufbau einer professionellen Unternehmensreputation.

3. Individuell & aktuell: Mit der richtigen Ansprache herausstechen

Der Weg in die etablierten Medien braucht eine sorgsame Vorbereitung schon vor dem ersten Kontakt. Mit einer fundierten Recherche sollte zunächst ermittelt werden, welche Journalisten das für das Unternehmen relevante Themenfeld abdecken. Orientierung bietet dabei der bisher veröffentlichte Content, der gerade bei freien Autoren auch aus anderen Quellen stammen kann als dem finalen Zielmedium. Ist das Interessensprofil für die eigene Gründungsidee anschlussfähig, kann der Kontakt hergestellt werden. Wichtig ist hier eine persönliche und individuelle Ansprache, die erkennen lässt, welchen Bezug die eigene Unternehmensgeschichte zu aktuellen Debatten und Beiträgen hat, an denen der Autor beteiligt ist. Je konkreter die Story mit ihrem Wissenswert für die Leser- oder Zuhörerschaft deutlich wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, aus der Vielzahl von Anfragen herauszustechen.

Mehr als Social Media: Kommunikative Qualität, die den Unterschied macht

Auch wenn die sozialen Medien die Gestaltung des öffentlichen Auftritts gerade für StartUps erleichtert haben, sollte sie nicht das einzige Kommunikationsmittel bleiben. Groß zu denken und konsequent auch bekanntere Medien zu adressieren, kann beim Unternehmensaufbau in neue Dimensionen führen und zu einem Game Changer werden, sodass sich die intensive Vorarbeit in Eigenregie oder mit Hilfe einer PR-Agentur, am Ende in Form von mehr Kunden, Fundings und qualifizierten Mitarbeitern auszahlt.