23.05.2022
Tilmann Rohlf

The Power of the Voice: Erfolgreich kommunizieren über Audioformate

Nach über einem Jahrzehnt mit sozialen Medien und fast zwei Jahren geprägt von Online-Meetings und digitalen Videokonferenzen dürfte manch einer dem Alltag vor den omnipräsenten Bildschirmen überdrüssig werden. Jedenfalls könnte das einer der Gründe sein, warum mittlerweile bereits über ein Drittel der Deutschen zumindest gelegentlich Podcasts und andere Audioformate hören - bisheriger Höhepunkt eines Aufwärtstrends, der laut dem Datenportal Statista bereits 2016 begonnen hat. Eine Entwicklung mit neuen Chancen für die Unternehmenskommunikation, die durch die Audioformate eine weitere Facette hinzugewinnt.

Noch vor 5 Jahren lag die Quote der Deutschen, die zumindest selten Podcasts nutzten, bei 14%. Diese Zeiten scheinen vorbei. Was einmal als Leidenschaft einer eher kleinen, audioaffinen Gruppe begann, ist nunmehr vollwertiger Bestandteil der Medienlandschaft. In der digitalen Welt von heute, in der vor allem visuelle Reize das moderne Leben bestimmen, bieten Audioinhalte eine offensichtlich immer beliebtere Abwechslung. Parallel zur steigenden Popularität der Audioformate hat sich auch die Bandbreite der Inhalte und Stile vervielfacht, die es zu hören gibt. Zwischen Unterhaltungs- und Informationsanspruch lassen sich kreative Konzepte von Hörbüchern, akustischen Unternehmensblogs bis hin zu interaktiven Diskussionsformaten entwickeln. Der Hype um die Clubhouse-App Anfang diesen Jahres, bei der die Sprecher in einer Art Audio-Forum mit ihren Zuhörern in den Dialog treten und ihre Show präsentieren, zeigt dabei nur einen Aspekt des großen Potentials von Audio-Formaten als PR-Instrument.

Audio vs. Text: Zeitenwandel in der Kommunikation?

Gegenüber dem klassischen Text lässt sich mit auditiver Kommunikation in kurzer Zeit eine hohe Dichte von Informationen verständlich und häufig emotionaler übermitteln. Während wir in einer Minute etwa 40 Wörter schreiben, genügt uns die gleiche Zeit, um etwa 150 Wörter mündlich zu artikulieren. Viele Menschen haben nicht die Zeit, das aktuelle Whitepaper oder den letzten Geschäftsbericht Ihres Unternehmens zu lesen. Aber die gleiche Zielgruppe hört Ihnen womöglich gerne nebenbei beim Laufen oder Autofahren zu. Überall dort, wo der Adressat multitaskingfähig ist und keine Möglichkeit hat, das Smartphone durchgehend zu bedienen, sind Audio-Inhalte ein praktischer Informationskanal. Die nach wie vor populären Text- und Bildinhalte der sozialen Medien werden dadurch zwar nicht obsolet, aber Podcasts, Audiostreams und Hörbücher ergänzen das mediale Spektrum durch ihre ganz spezifischen Vorteile.

Existieren Sie im Audioformat?

Nicht nur die Praktikabilität im Alltag macht das Kommunizieren über Audioformate so wertvoll. Einer menschlichen Stimme zuzuhören, vermittelt das Gefühl von Nahbarkeit, kann subtil Sympathien und Emotionen wecken und liegt näher an unserem natürlichen Kommunikationsverhalten als die Schriftform. Das senkt die Schwelle zu einem unmittelbaren Austausch mit der Zielgruppe und begünstigt den Dialog.

Serielle Podcast-Formate und Abonnement-Funktionen haben sich bereits in der Praxis bewährt, um das Publikum kontinuierlich zu binden und so regelmäßig auf dem Laufenden zu halten. Sie bieten eine Möglichkeit für mehr Aufmerksamkeit, insbesondere wenn die Augen von der visuellen Informationsflut ermüdet sind. Eine von der Otto-Brenner-Stiftung in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Podcast-Hörer das Medium inzwischen mindestens einmal die Woche nutzen. Mit einem erfolgreichen Podcast lässt sich ein direkter Draht zu Stakeholdern und Fachinteressenten aufbauen, ohne von anderen Medienakteuren oder Kooperationspartnern abhängig zu sein.

Bausteine zur auditiven Präsenz

Damit die Audioinhalte zum Erreichen der Kommunikationsziele eines Unternehmens beitragen, braucht es ein integratives Storytelling, das sich in das Leitmotiv der übergeordneten PR-Strategie einfügt. Ein professionelles Branding unter Einbezug des Corporate Designs und die Verknüpfung mit externen Inhalten verleiht Sichtbarkeit auf dem wachsenden Markt der Audio-Medien. Über Gastauftritte können neue Zielgruppen mobilisiert und Kanäle fach- und branchenverwandter Akteure genutzt werden. Mit diesen und weiteren Bausteinen eröffnet sich eine neue Dimension für eine medienübergreifende Präsenz eines Unternehmens, für die das Audio-Format zunehmend an Bedeutung gewinnt.